Die fetten Jahre sind vorbei

20190705_Staatsschulden

Der Freiburger Finanzwissenschaftler Bernd Raffelhüschen, der alljährlich im Auftrag der Stiftung Marktwirtschaft eine Generationenbilanz erstellt, schlägt Alarm. Die versteckte Staatsverschuldung in den Sozialkassen beträgt 165 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und ist damit fast dreimal so hoch, wie die offizielle Staatsverschuldung der Bundesrepublik von fast 61 Prozent.

„’Beim Eisberg ist nicht der Teil gefährlich, der aus dem Wasser ragt, sondern derjenige, den man nicht sieht‘, sagt der Ökonom. Doch nicht nur die Höhe der Gesamtverschuldung von 226 Prozent ist seiner Ansicht nach dramatisch. Auch der sprunghafte Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, wo sie mit 146 Prozent noch deutlich niedriger lag, zeige, dass Deutschland die vergangenen Boomjahre nicht genutzt habe, um seine Staatsfinanzen tragfähig zu gestalten.“ Die versteckte Staatsverschuldung hat sich gegenüber 2018 demnach verdoppelt.

Diese Entwicklung kommt wenig überraschend und ist die von uns seit Jahren angeprangerte Konsequenz des vermeintlichen Wohlfahrtstaates. Statt in Zeiten historisch sprudelnder Einnahmen für schlechte Zeiten vorzusorgen, war es von CDU bis zur Linken Konsens die Taschen weit zu öffnen. Wäre die Bundesrepublik ein wirtschaftliches Unternehmen, wäre der Gang zum Wirtschaftsprüfer nun wohl unvermeidlich. Diese Suppe werden jedoch die Kinder von heute auslöffeln dürfen. Genau jene Generation, die derzeit glaubt, das Klima bedrohe ihre unmittelbare Existenz mehr, als der Zusammenbruch des Sozialsystems, wie wir es kennen.

https://www.welt.de/wirtschaft/article196320839/Generationenbilanz-offenbart-Acht-Billionen-Problem.html?fbclid=IwAR1yydpKAraZDJ88dXjxftzLJUvHbxNO477KWWduPbC6lS_wYQUFsSXeDEs