Bigottes Verhalten der „Multikulti-Befürworter“

20190426_Integration Schulkinder

Im hippen Berliner Szeneviertel wohnen, die Kinder lernen aber in den bürgerlichen Stadtteilen. Berliner Grundschulen schlagen Alarm – immer mehr Eltern umgehen die Schulzuweisung ihrer Kinder, teils mit anwaltlicher Hilfe. Konkret betroffen sind Grundschulen in Vierteln mit hohem Migrationsanteil wie Neukölln und Kreuzberg. Letzteres Viertel geriet erst vor kurzem in die Schlagzeilen, weil an der Jens-Nydal-Grundschule von 370 Schülern nur eines mit der Muttersprache Deutsch aufgewachsen ist.

Besser hätten die Befürworter von „Multikulti“ ihre Doppelzüngigkeit nicht unter Beweis stellen können. Einerseits wird man nicht müde die Vorteile von Weltoffenheit und Toleranz gebetsmühlenartig zu predigen, wenn es aber um die Auswirkungen dieser Politik geht – in diesem Fall das Lernen unter einer hohen Anzahl von Migrantenkindern – hört diese Toleranz plötzlich auf. Zu groß ist die Angst, dass der Nachwuchs einen wie auch immer gearteten Nachteil dadurch erfährt.

Schulleiter dieser Szeneviertel äußern sich in der aktuellen WELT Ausgabe (Bezahlschranke), dass viele Eltern versuchen, unter den fadenscheinigsten Gründen, eine Einschulung zu verhindern. Da ist man plötzlich angeblich umgezogen oder hat das einzuschulende Kind gar bei der Adresse der Tagesmutter angemeldet.

Es ist paradox, dass ausgerechnet die Menschen, die von einer multikulturellen Gesellschaft träumen, gezielt dort leben und andere zu einer ebensolchen Lebenseinstellung erziehen wollen, bei ihren eigenen Kindern plötzlich die Auswirkungen von „Vielfältigkeit“ scheuen. Letztendlich trägt ausgerechnet ihr eigenes Verhalten dazu bei, dass Integration verhindert wird, die man aber vollmundig stets von anderen fordert.

https://www.welt.de/politik/deutschland/plus192270113/Integration-an-Schulen-Bei-Bildung-ist-Multikulti-nicht-mehr-toll.html