Nuklear neue Wege gehen

20190425_Atomkraft

Kernkraft ist eine emissionslose und schier unerschöpfliche Energiequelle. Sie ist quasi Klimaneutral – ein Argument, dass in Zeiten von „Fridays for Future“ und Feinstaubhysterie eigentlich Berücksichtigung finden sollte. Und dennoch möchte Deutschland am Atomausstieg festhalten, während in Ländern um uns herum neue Atomkraftwerke entstehen.

In einem sind wir uns alle einig: Die Kernkraft birgt zwei große Gefahren – radioaktiver Abfall und Kernschmelzen. Während der radioaktive Abfall kontrolliert über Millionen Jahre in unterirdischen Bunkern strahlt, ist die Strahlung nach einem Supergau nur unter enormen Kraft- und Finanzaufwendungen beherrschbar. Was wäre aber, wenn diese zwei Gefahren ausgeschlossen werden könnten?

Das Berliner Institut für Festkörper-Kernphysik (https://festkoerper-kernphysik.de/) hat mit der Entwicklung des sogenannten Dual Fluid Reaktor (https://dual-fluidreaktor.de/) einen neuen Weg aufgezeigt. Dieser Reaktor verarbeitet Atommüll und das so effizient, dass die dort übrig bleibenden Abfallprodukte nach 100 Jahren zu 90 Prozent und nach 300 Jahren zu 100 Prozent Strahlungsneutral sind. Dieser „Abfall“ enthält nebenbei noch wertvolle Edelmetalle im Wert von mehreren Millionen Euro sowie medizinisch relevante Produkte, die bisher aufwendig hergestellt werden mussten. Da dieses Verfahren nicht auf Festbrennstäbe zurückgreift, sondern flüssig stattfindet, kann es zu keinem Supergau kommen – überhitzt der Reaktor, wird die radioaktive Flüssigkeit in Tanks unter dem Reaktor abgelassen, wo sie abkühlen kann.

Bedauerlicherweise mangelt es den ambitionierten Forschern an finanzieller und vor allem politischer Unterstützung und so wird der Prototyp dieser neuen, sicheren Atomenergie wohl in den USA gebaut – finanziert von Bill Gates („TerraPower“), der das Potenzial dieses Projektes erkannt hat. Dieses Beispiel zeigt erneut, wohin uns kopflose und ideologisch aufgeheizte Debatten führen. Es werden Potenziale verspielt und Innovationsmotoren ausgebremst.

https://www.welt.de/wissenschaft/plus192349911/Warum-wir-kein-Endlager-fuer-Atommuell-brauchen.html