Hebammen-Notstand

Spätestens seit 2013 ist der sächsischen Landeregierung klar, dass gemäß einer EU-Richtlinie der Beruf der Hebamme akademisiert werden muss. Stichtag für ein Konzept ist der 01.01.2020. Und bis heute steht weder ein Ort für die Hochschule fest, geschweige denn wurde eine Professur hierfür ausgeschrieben.

Derweil verschärfen sich die Umstände für werdende Mütter und Hebammen kontinuierlich. Viele Schwangere suchen vergeblich – in den ländlichen Regionen ist es schon nahezu unmöglich. Von einer lückenlosen Betreuung sind wir meilenweit entfernt und die Unterversorgung wird in den nächsten 10 Jahren noch dramatisch an Fahrt aufnehmen, wenn ein Großteil der praktizierenden Hebammen in den Ruhestand geht.

Arbeitszeiten, die keinen Ruhetag kennen, eine Ausbildung, die nun ein Studium voraussetzt, schlechte Bezahlung, hohe Kosten bei Haftpflichtversicherungen und viel bürokratischer Aufwand tragen nicht dazu bei, dass einer der schönsten und ältesten Berufe der Welt für junge Menschen attraktiv ist. Die Probleme sind der Regierung seit langem bekannt und trotz unserer Initiativen seit 2014 im Sächsischen Landtag, ließ man die Zeit weiter ungenutzt verstreichen.

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