Nach „Ehe für alle“ nun auch „Ehe ohne Liebe“

20190208_Ehe ohne Liebe

Während die GRÜNEN bisher „nur“ laut darüber nachdenken, auch polyamoröse Beziehungen das Privileg der Ehe zuteil werden zu lassen, geht die FDP in vermeintlich freiheitlicher Manier noch einen Schritt weiter und sorgt mit der Forderung, die Ehe für alle nur denkbaren Formen des Zusammenlebens auszuweiten, für Furore.

Es ist ein Paradoxon. Als 2017 – entgegen dem Protest vieler Konservativer – die „Ehe für alle“ durch den Bundestag beschlossen wurden, wurde exakt diese von Kritikern skizzierte Konsequenz noch ausgeschlossen. Dabei folgt die Forderung der FDP schlicht der Logik.

Der Begriff der Ehe beinhaltete ursprünglich das Zusammenleben eines Mannes und einer Frau mit dem primären Zweck der Familiengründung. Da dieser Zweck mit der „Ehe für alle“ ausgehebelt wurde, ist der Begriff der Ehe entkernt und bezeichnet somit seit 2017 lediglich das Zusammenleben zweier Partner mit all seinen rechtlichen Konsequenzen. Und an diesem Punkt schließt sich der Kreis. Wenn der Zweck der Ehe nun primär im Zusammenleben und dem füreinander einstehen liegt, dann ist dieser Zweck auch bei Bigamie, Verwandt- und Freundschaft, ja sogar bei Pflegefällen erfüllt. Mit Ehe hat dies freilich nichts mehr zu tun und auch mit Liebe in der Definition der gegenseitigen körperlichen Anziehung nicht.

Anstatt auf geänderte Lebensumstände gesondert einzugehen, macht man es sich einfach, indem man alles zur „Ehe“ zusammenfasst. Ehe – die bisher höchste Form des öffentlichen Bekenntnisses zweier Liebender zueinander – wird somit völlig beliebig und mutiert zu einer Art staatlicher Versorgungsoption mit integrierter Steueroptimierung.