100 Jahre Demokratie in Deutschland

20190206_WeimarerVerfassung

Am 6. Februar 1919 tagte in Deutschland die Nationalversammlung zum ersten Mal. Wegen erheblicher Unruhen jedoch nicht im Berliner Reichstag, sondern im Deutschen Nationaltheater in Weimar. Diesem Umstand geschuldet erhielt die junge Republik später den historischen Namen „Weimarer Republik“. Eröffnet wurde die Sitzung durch den Sozialdemokraten Friedrich Ebert. Hunger und Armut im kriegsgebeutelten Deutschland zu beenden, Frieden mit den Siegermächten zu schließen und dem Land eine Verfassung zu geben, waren die elementaren Herausforderungen dieser Zeit.

Während die einen diese Tage als historische Chance begriffen, sträubten sich Kaisergetreue weiterhin gegen die Abschaffung der Monarchie. Obwohl die Geburtsstunde der Weimarer Republik unter keinem guten Stern stand, und später vor allem durch parlamentarisch chaotische Zustände im kollektiven Gedächtnis verankert blieb, verdanken wir den Pionieren dieser Zeit – 432 Männern und 37 Frauen – die grundlegenden Freiheiten unserer heutigen Zeit.

Freiheit und Gleichheit mögen für uns heute absolut selbstverständlich sein, dabei war das Recht, die eigene Meinung zu vertreten, den eigenen Glauben zu leben und auch die Freiheit der Person ein revolutionärer Akt – ein Traum, für den über Jahrhunderte viele Menschen ihr Leben ließen. Es liegt an uns allen, diese Gründergedanken unserer Demokratie auch in Zukunft vehement zu verteidigen. Das geschieht nicht, indem wir lautstark unsere Meinung kundtun und keine weitere gelten lassen, sondern ab dem Moment, in dem wir Menschen mit anderer Standpunkten respektieren und ihnen den Dialog nicht verweigern.