Harald Martenstein: „Berufspolitiker sind das Problem der Politik“

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„Berufspolitiker sind das Problem der Politik“

Mit diesen deutlichen Worten zeichnet Harald Martenstein im aktuellen Tagesspiegel die Kluft zwischen Politikern und ihren Wählern. Und es ist wahr. Die Lebensläufe vieler Spitzenpolitiker lesen sich in etwa so: Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal

Um das Problem daran zu verstehen, muss man sich verdeutlichen, dass die Politiker in einer Demokratie einen Querschnitt der Bevölkerung abbilden sollen – nicht nur auf der politischen, sondern auch auf der fachlichen Ebene. Diese fachliche Qualifikation ist jedoch seit Jahren rückläufig und spiegelt sich am deutlichsten bei der Auswahl der Minister in den verschiedenen Ressorts wieder. So gab Ursula von der Leyen 2013 unverhohlen zu, dass sie nun als frischgebackene Verteidigungsministerin zu aller erst die militärischen Dienstgrade lernen müsse. Im Gegensatz zu Andrea Nahles verfügt Frau von der Leyen allerdings über eine Ausbildung und im Gegensatz zu oder Annegret Kramp-Karrenbauer über beruflicher Erfahrung abseits der Politik.

Diese, am Leben der Wähler konträr verlaufenden Lebensläufe, sind es, die für die Distanz sorgen. Ein Politiker, der in seinem Leben noch nie einen Hammer in der Hand hielt, der noch nie einen buchhalterischen Jahresabschluss machen musste oder die Abgabenlast eines Industriearbeiters im Dreischichtsystem zu spüren bekam, kann nur schwer die Bedürfnisse dieser Wähler nachempfinden oder gar die politisch richtigen Antworten darauf finden. Hinzu kommt, dass Parteien immer mehr zum Selbstzweck der persönlichen Versorgung verkommen.

Es gibt in allen Parteien Mitglieder, die die persönliche und fachliche Eignung für ein Mandat mitbringen. Jedoch ist es vor allem für diese Mitglieder – die durch private, berufliche und gesellschaftliche Verpflichtungen eben nicht auf jeder Parteiveranstaltung mitmischen können – schwer, sich in den innerparteilichen Strukturen hochzuarbeiten und die benötigten Netzwerke zu knüpfen. Hier gehen wir mit der Blaue Wende – Das Bürgerforum​ einen völlig neuen Weg. Wir suchen gezielt nach Menschen mit Herz und Verstand, um auch diese Eigenschaften zurück in die Parlamente zu tragen. Unser Land braucht wieder mehr Fachkompetenz statt Versorgungsklüngelei.

https://www.tagesspiegel.de/politik/martenstein-ueber-nahles-akk-merz-berufspolitiker-sind-das-problem-der-politik/23765978.html

https://www.t-online.de/regionales/id_68739386/dienstgrade-erkennen-von-der-leyen-bekommt-tipps-von-praktikanten.html