LKW-Fahrer: EU-Initative ist nicht zu Ende gedacht

Landtag Sachsen Andrea Kersten

Die EU plant unter dem Titel „Bessere Arbeitsbedingungen für LKW-Fahrer“, dass diese nach Fahrtende nicht mehr auf Rastplätzen in ihren LKW übernachten sollen, sondern in Hotels oder Pensionen abseits der Autobahnen und Landstraßen.

Andrea Kersten, MdL der Blauen Partei #TeamPetry, hakt ein:

„Grundsätzlich ist am Ziel der EU, die Arbeitsbedingungen einer ohnehin am Limit operierenden Branche zu verbessern, nichts auszusetzen. Dennoch sollte die Entscheidung, etwas zu ändern, nicht nur vom Schreibtisch aus getroffen werden. Hilfreicher wäre es gewesen, wenn sich die Verantwortlichen in Brüssel wenigstens einen Tag Zeit genommen hätten, die Sache konsequent und logisch zu Ende zu denken. Dann wäre ihnen mit Sicherheit aufgefallen, dass der Vorschlag an vielen Stellen krankt. Beinahe wichtigster Aspekt ist die Sicherheit.

Kein LKW-Fahrer würde freiwillig sein Fahrzeug unbewacht auf irgendeinem Pensionsparkplatz zurücklassen. Erst recht nicht dann, wenn sogar Ware aus Lastern verschwindet, in denen die Fahrer vorne schlafen. Ohnehin müssten sie für die Pause erst die Autobahn verlassen. Sollen dann hunderte LKW durch die Städte rollen, alle auf der Suche nach einem Schlafplatz? In Zeiten von Dieselfahrverboten und gesperrten Verkehrszonen sicherlich ein überaus ‚reizvoller‘ Gedanke. Und die Kritikpunkte werden nicht weniger: Landstraßen werden wieder zusätzlich belastet, Parkplätze der Hotels und Pensionen belegt, zusätzliche Kosten für Unternehmer und Fahrer, die sich auf Preise oder im schlimmsten Fall das Einkommen der Fahrer niederschlagen, nicht ausreichende Kapazitäten in geeigneter Qualität, Fahrer müssten ihr ‚Heim‘, also die Fahrerkabine, für eine ihnen unbekannte und in manchen Ländern sicherlich grenzwertig ausgestattete Pension verlassen.

Unsere Vorschläge lauten: Vor allem Ausbau der Rastplätze auf Autobahnen, weg von Übernachtungsparkplätzen ohne Komfort zu Parkplätzen mit Erholungscharakter für die Fahrer (Duschen, ordentliche Toiletten, Gemeinschaftsräume), Erweiterung des Parkplatznetzes auf Autobahnen und der Größe der Parkplätze, um ausreichend Platz für LKW-Stellflächen zu schaffen. Außerdem muss es mittelfristig gelingen,  den Schwerlastverkehr auf die Schiene zu bringen; technische Möglichkeiten dazu gibt es.

In der derzeitigen Form ist die Idee der EU weder spruchreif noch zu Ende gedacht und zeigt einmal mehr das regelungswütige Vorgehen der EU zu Lasten seiner Bürger.“

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