Es gilt das gesprochene Wort!

Kersten Muster Landtag Sachsen

Dr. Kirsten Muster, Andrea Kersten

Zur Fachregierungserklärung von Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen im Freistaat erklären die Abgeordneten der Blauen Partei im Sächsischen Landtag, Dr. Kirsten Muster und Andrea Kersten:

Dr. Kirsten Muster

„Nach dem vorgestellten Konzept sollen alle Kinder und Jugendliche in den Genuss kultureller Bildung kommen. Das ist allerdings utopisch, wenn für ein solch umfangreiches Konzept insgesamt nur sieben Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden, davon sechs Millionen für die Musikschulen.

Wir haben in Sachsen 30 Musikschulen mit 67.000 Schülern. Schon beim letzten parlamentarischen Abend  wurde klar, dass nicht einmal ‚JeKi‘ (Jedem Kind ein Instrument) flächendeckend gewährleistet werden kann.

Die Musikschulen erhalten seit 2002 pro Jahr sechs Millionen Euro aus dem Landeshaushalt. Genau sechs Millionen sind auch für 2019/20 eingepreist. Diese Summe wird durch ihr Konzept nicht um einen Cent erhöht. Wir benötigen daher kein neues Konzept, sondern schlicht mehr Geld.“

Andrea Kersten

„Natürlich kann man neben einem Kultursenat, einer Kulturstiftung, einer Landesvereinigung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung, neben Kulturräumen, Kulturkoordinatoren, einer interministeriellen AG, Fachtagungen etc. nun auch noch einen Runden Tisch initiieren, um in einem Papier festzuhalten, die kulturellen Angebote außerhalb der urbanen Zentren und die schulische kulturelle Bildung zu stärken. Aber was heißt das konkret?

Die Ministerin sagt, dass Kinder im ländlichen Raum aufgrund höherer Kosten für eine Fahrt zur Kultureinrichtung benachteiligt seien und dass das ein Ende haben soll. Das ist richtig! Und vielleicht hat es mit der jetzt angekündigten Landesverkehrsgesellschaft des Wirtschaftsministers tatsächlich mal ein Ende. Aber: Werden mit einer Fahrt in die Stadt die kulturellen Angebote auf dem Land gestärkt?

Ganz und gar nicht, sondern nur die städtischen Einrichtungen – und vielleicht noch der ÖPNV.

Ähnlich irritierend verhält es sich mit der Stärkung der schulischen kulturellen Bildung. Offensichtlich versteht die Staatsregierung darunter die Kürzung des Musikunterrichts, den sie ab dem kommenden Schuljahr angekündigt hat. Und dies trotz dass im 5. Kulturbericht des Sächsischen Kultursenats ganz klar formuliert ist, dass es ‚keine Kürzungen bei den musischen Unterrichtsfächern geben‘ darf! Noch 2015 hat sich Ministerin Stange in Ihrem Papier zum Runden Tisch auf genau diese Studie gestützt.

Jetzt allerdings vermittelt das Agieren der Staatsregierung den Eindruck, dass das eine Ministerium einreist, was das andere aufbaut und beide loben sich dafür! Das muss ein Ende haben!“

07.11.2018

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