Gleiche Lebensverhältnisse schaffen – ist das möglich?

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Heute debattiert der Bundestag über die Möglichkeiten, in Ost und West gleiche Lebensbedingungen zu schaffen. Anlass hierzu bietet der sich zum 29. Mal jährende Mauerfall am 9. November.

Es ist den Bürgern selbstverständlich nicht vermittelbar, warum es Ost- und West-Renten gibt, oder Ost- und West-Tarifverträge und auch der bis ins Jahr 2007 praktizierte Ost-/West-Hartz IV Regelsatz stieß berechtigterweise auf Unverständnis. Allerdings greift die Kategorisierung in „Ost“ und „West“ zu kurz. Mit der Angleichung der Löhne verspricht man sich, nun dieses Gefälle zu beseitigen, ignoriert aber den gesamtökonomischen Ansatz. Das Lohngefälle existiert im gesamten Bundesgebiet. Konkret zwischen ländlichem Raum und Großstädten.

Mit der sogenannten Leuchtturmpolitik der letzten Jahre, wurde das Problem nur verschärft. Behörden werden in die Ballungszentren verlegt und Infrastrukturen, wie Öffentlicher Nahverkehr und der Netzausbau, im ländlichen Raum nachrangig behandelt. Es ist nur logisch, dass es Bürger und Arbeitgeber wegen der besseren Bedingungen in die Städte zieht und mit ihnen auch gezwungenermaßen Arbeitnehmer, die mit dem Landleben zufrieden waren. Weniger Bevölkerung im ländlichen Raum wiederum, dient der Politik als Argument zum Festhalten Ihrer Konzentration auf die Städte.

Es ist eine Spirale von politischen (Fehl-)Entscheidungen, die das Ausbluten der ländlichen Regionen fördert. Dabei bieten gerade diese Regionen auch Lösungen für aktuelle Probleme. Wohnraum ist zumeist vorhanden und erschwinglich. Gemeinde- und Gemeinschaftsstrukturen ermöglichen Anschluss und verhindern Vereinsamung sowie Kiezbildung. Und mehr Arbeitgeber vor Ort würden – der gegenseitigen Konkurrenz um Arbeitnehmer geschuldet – automatisch für die gewünschte Lohnangleichung sorgen.

https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/deutschland-bundestag-ost-west-lebensverhaeltnisse-koalitionsvertrag-102.html