Schnellere Entschädigung bei Wolfsrissen

Gunter Wild: Schnellere Entschädigung bei Wolfsrissen – kleiner Schritt in richtige Richtung

Wie die FREIE PRESSE heute berichtet, denkt der Freistaat Sachsen über schnellere Wege zur Entschädigung von Tierhaltern nach, wenn von einem Wolf in deren Bestand Tiere gerissen werden. Dabei ist von einer „Pauschalisierung“ der Schäden die Rede, wie Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) der Zeitung bestätigte.

Dazu erklärt Gunter Wild MdL (Blaue Partei), als landwirtschaftspolitischer Sprecher der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Zunächst einmal ist es schön, dass durch die Proteste der Menschen in der Oberlausitz, zuletzt durch eine dem Landtag übergebene Petition mit mehr als 18.000 Unterschriften sowie durch unsere parlamentarische Arbeit und den Gesprächen mit den Betroffenen vor Ort, Bewegung bei diesem leidigen Thema in die Reihen der Landesregierung kommt. Lange sah es so aus als ob die Sorgen der Oberlausitzer, speziell auch der dortigen Weidetierhalter, schlicht an der Ignoranz der Verantwortlichen in Dresden abprallen würden.

Dass das Verfahren nun ‚unkomplizierter‘ und ‚gestrafft‘ werden müsse, wie es Landwirtschaftsminister Schmidt ausdrückt, ist grundsätzlich ein richtiger Schritt, wenn auch ein kleiner. Die bisher wochenlangen gutachterlichen Hängepartien, bis ein betroffener Tierhalter eventuell eine Entschädigung in Empfang nehmen konnte, sind ohnehin unzumutbar. Schnelle Entschädigung ja, aber bitte nicht pauschal. Um den Tierhaltern wirklich den Schaden zu ersetzen, muss die Entschädigung nach dem Wiederbeschaffungswert erfolgen.

Die Beweislastumkehr bei Wolfsrissen muss jedoch auch trotz Neuordnung des Verfahrens umgesetzt werden. Wenn weiterhin Schadensersatzzahlungen auf Basis von genetischen Gutachten gezahlt werden, muss auch anerkannt werden, dass die aktuell angewendeten Verfahren eine Unterscheidung zwischen Wolf und Hund eben nicht zweifelsfrei ermöglichen.

Am grundsätzlichen Problem ändert die ‚Pauschalisierung‘ der Schäden rein gar nichts. Einerseits versenkt die Staatsregierung mit dem Programm zu Wolfsansiedlung Unsummen an Steuergeldern, um andererseits mit Unsummen an Steuergeldern die absehbaren Folgen auszugleichen. Das ist an Widersinn kaum zu übertreffen, zumal die zu erwartenden Schäden durch die weiter wachsende Wolfspopulation stetig ansteigen werden.

Völlig vernachlässigt dabei wird aber auch das Sicherheitsgefühl der Menschen vor Ort, welches mit der Lebensqualität auf dem flachen Land ganz eng verbunden ist. Nicht nur einmal sind wir darauf angesprochen worden, dass die ‚Zeiten vorbei wären, zu denen man noch unbeschwert in den Wald zum Pilze sammeln ging‘.

Diese Sorgen sind berechtigt und ernst zu nehmen, zumal es eben keineswegs sicher ist, dass die Rudel in Sachsen tatsächlich aus reinrassigen Wölfen bestehen, die eine natürliche Scheu vor dem Menschen haben. Oder ob es sich um Hund-Wolfs-Mischungen – sogenannte Hybriden – handelt, die ein ganz anderes Verhalten an den Tag legen.

Dazu möchte ich auch noch einmal auf die am morgigen Tag stattfindende Pressekonferenz der Abgeordneten der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag verweisen. Die entsprechende Pressemitteilung ist im Anhang beigefügt.“

Hintergrund:    https://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/TOP-THEMA/Schnellere-Entschaedigung-bei-Wolfsrissen-artikel10224246.php

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