Rückkehrwunsch von Teilzeitarbeitern in Vollzeit ist eine aufgebauschte Mär

Die Blaue Partei im Landtag

Die SPD möchte im Bund ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teilzeitkräften in Vollzeitarbeitsplätze festschreiben. Nach Angaben der Partei würde es vielen verwehrt bleiben, in einen regulären Vollzeit-Job zurückzukehren. Wie sich die Situation, zumindest in Sachsen, tatsächlich darstellt, hat MdL Andrea Kersten (Blaue Partei), Mitglied der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag, mittels einer Kleinen Anfrage (Drs. 6/12984) in Erfahrung gebracht.

Andrea Kersten ergänzt dazu:

„Die sächsische Staatsregierung macht in ihrer Antwort deutlich, dass etwas über 70 Prozent der Teilzeitkräfte bewusst aus diversen Gründen dieses Jobmodell gewählt haben. Wer sich für diese Variante freiwillig entscheidet, wird wohl kaum Hilfe durch ein unnötiges Gesetz in Anspruch nehmen wollen. Zudem hat das Wirtschaftsministerium keinerlei Hinweise darauf, wie viele Teilzeitbeschäftigte wirklich in Vollzeit arbeiten wollten und ob ihnen die Rückkehr daraufhin verwehrt würde. Ein in der ‚Freien Presse‘ zeitgleich mit meiner kleinen Anfrage am 08. Mai erschienener Artikel zum Sujet bestätigt diese Auffassung auch auf Bundesebene.

Ich konstatiere: Eine Einführung des von der Bundes-SPD gewollten Gesetzes wäre zutiefst blinder Aktionismus, der keinerlei Grundlage hätte. Wenn kein offensichtlicher Bedarf besteht, verstehe ich nicht, warum dann Ideen durch den Raum geistern, die als große Gerechtigkeitslücken-Schließer firmieren.

Nebenbei: Der immer wieder angeführte Fachkräftemangel sollte es Teilzeitkräften mühelos möglich machen, eine Vollzeitstelle zu finden. Wenn sie denn wollten.“

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