Berufsschäfer demonstrieren für die Weidetierprämie

Die Blaue Partei im Landtag

Heute demonstrierten Schäfer vor verschiedenen Landtagen in ganz Deutschland für den Erhalt ihres Berufsstandes und für die Einführung einer sogenannten Weidetierprämie. Auch hier in Dresden.

Dazu erklärt Gunter Wild, MdL (Blaue Partei) und landwirtschaftspolitischer Sprecher der Blauen Gruppe im Sächsischen Landtag:

„Die Haltung von Schafen verliert in Deutschland immer weiter an Bedeutung. Der Beruf des Schäfers droht auszusterben. Bereits jetzt gibt es deutschlandweit weniger als 1.000 hauptberufliche Schäfer. Dabei ist die Weidehaltung der Tiere nicht nur besonders artgerecht, sondern auch wichtig für den Erhalt unserer Kultur- und Naturlandschaft sowie zur Sicherung des Hochwasserschutzes.

Der hohe Aufwand, der mit dem Beruf des Schäfers verbunden ist, wird jedoch finanziell nur sehr schlecht entlohnt. In 22 EU-Staaten wird zur Unterstützung eine Weidetierprämie gezahlt. Deren Einführung wird nun auch in Deutschland diskutiert.

Während die sächsische Regierung diese Prämie durchaus unterstützt, werden jedoch gleichzeitig Vorschläge zur Lösung der eigentlichen Probleme der Schafhalter abgelehnt. Anstelle eine faire Bezahlung für die Leistungen der Weidetierhalter im Naturschutz und in der Landschaftspflege anzustreben, anstelle die Vermarktung von heimischer Wolle und Schaffleisch zu unterstützen, anstelle Hemmnisse der Direktvermarktung beispielsweise aufgrund überzogener Hygienevorschriften abzubauen, wird lediglich geprüft, ob weitere Fördergelder auf Kosten der Steuerzahler verteilt werden können.

Und auch wenn viele dies nicht wahrhaben wollen, so bereitet natürlich auch der Umgang mit dem Wolf den Weidetier- und Schafhaltern Kopfzerbrechen. Schadensersatzzahlungen der Wolfsrisse liegen unter den Wiederbeschaffungswerten für die Tiere. Auch die Mindestanforderungen für den Herdenschutz sind nicht praxisgerecht. Auch die Vorschläge im aktuellen Wolfsantrag von CDU und SPD (Drs. 6/12852) sind weit von einer Regulierung des Wolfsbestandes entfernt.

Die Einführung der Weidetierprämie kann die Branche nicht retten. Sie ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die eigentlichen Probleme müssen endlich angegangen werden. Dafür setze ich mich ein.“

 

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